
Ketogene Ernährung als neue Chance bei Narkolepsie
Eine Studie der Universität Witten/Herdecke hat untersucht, ob Ernährung und Bewegung Auswirkungen auf die Tagesmüdigkeit bei Narkolepsie haben könnten. Die Ergebnisse werden im Folgenden zusammengefasst.
Was ist Narkolepsie?
Narkolepsie ist eine neurologische Schlaf-Wach-Störung, die sich durch extreme Tagesschläfrigkeit und plötzliche, unkontrollierbare Schlafattacken auszeichnet. Umgangssprachlich heißt sie auch die „Schlafkrankheit“. Betroffene können in den unpassendsten Momenten einschlafen, z.B. beim Essen oder im Gespräch.
Was wurde erforscht?
Das Team um Prof. Dr. Ulf Kallweit hat untersucht, ob sowohl eine ketogene Ernährung als auch regelmäßige körperliche Bewegung Auswirkungen auf die extreme Tagschläfrigkeit bei Narkolepsie haben können. Studienkoordinatorin und Doktorandin Frederike Tepel beschreibt die Ergebnisse so: „Beide Ansätze reduzieren die Müdigkeit in einem Maß, das sonst nur mit Medikamenten erreicht wird.“ Diese Aussage bezieht sich auf die Beobachtungen innerhalb dieser Studie und lässt keine allgemeinen Schlüsse auf jeden Betroffenen zu.
Was bedeutet ketogene Ernährung?
Eine ketogene Ernährung, oft auch „Keto“ genannt, ist eine Ernährungsform, die durch eine sehr geringe Aufnahme von Kohlenhydraten und eine hohe Zufuhr von Fett gekennzeichnet ist. Ziel ist es, den Körper in einen Zustand der Ketose zu versetzen, in dem er Fett als Hauptenergiequelle nutzt statt Kohlenhydrate.
Einordnung der Studienergebnisse
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bewegung und Ernährung als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung bei Narkolepsie von Interesse sein könnten. Neben einer möglichen Reduktion der Müdigkeit verbesserten sich in der Studie auch die körperliche und geistige Lebensqualität der Teilnehmenden, ohne dass Nebenwirkungen auftraten.
Gleichzeitig weisen die Forschenden selbst auf die praktischen Grenzen hin: „Eine ketogene Diät ist allerdings nicht leicht umzusetzen, vor allem im Alltag oder beim Essen mit Freunden. Auch ist sie vergleichsweise teuer“, so Prof. Dr. Ulf Kallweit. Es handelt sich zudem um eine einzelne Studie; ob und in welchem Umfang sich diese Ergebnisse verallgemeinern lassen, bleibt durch weitere Forschung zu klären. Eine Ernährungsumstellung ersetzt in keinem Fall eine ärztliche oder neurologische Behandlung bei Narkolepsie.
Mehr Informationen auf der Seite der Universität Witten-Herdecke.
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Bild von Bild von Elmer L. Geissler auf Pixabay