Darmsanierung

Der Darm ist eins der faszinierendsten Organe im menschlichen Körper. Im Vergleich zu Lunge, Herz oder Gehirn fristet er allerdings ein eher stiefmütterliches Dasein.

In der Naturheilkunde gilt spätestens seit Hippokrates „Der Tod sitzt im Darm.“ Mit dieser recht drastischen Aussage wird klar, was sich auch in der westlichen Wissenschaft in den letzten 10 Jahren durchsetzt: viele Erkrankungen, auch die, die wir erst einmal nicht mit dem Darm in Verbindung bringen, können ihre Ursache in diesem Bereich unseres Körpers haben.

Wieso ist das so?

Aufbau und Funktion des menschlichen Darms

Um den Zusammenhang zwischen Erkrankungen wie Allergien, Hauterkrankungen oder Depression und dem Darm zu verstehen, muss man sich angucken was der Darm alles so leistet.

Der Darm umfasst, wenn man ihn Ausklappen würde, etwa eine Größe von 400qm. Das ist fast die Größe von 2(!) Tennisplätzen. Zum Vergleich: die Lunge kommt auf 100qm, die Haut auf 2qm.

Der Darm ist dafür verantwortlich, dass die Bestandteile der Nahrung die wir brauchen von unserem Körper aufgenommen werden und nicht einfach bis zum Ende des Darms durchrutschen und ungenutzt wieder ausgeschieden werden. Um dies zu bewerkstelligen braucht der Darm eine intakte Schleimhaut (die Mukosa), sowie verschiedene im Darm lebende Bakterien.

Darüberhinaus befindet sich der größte Teil des menschlichen Immunsystems im Darm. Damit wir adäquat (d.h. weder zu stark noch zu wenig) auf Reize von Außen reagieren, braucht es einen gesunden Darm. Auch hier spielt die Darmschleimhaut, sowie die Darmflora (das sind die im Darm lebenden Bakterien) eine große Rolle.

Ebenfalls interessant ist das sogenannte „Enterische Nervensystem“- das „Bauchhirn“.  Es handelt sich hierbei um dieselben Nervenzellen die wir in unserem Gehirn haben. Das „Enterische Nervensystem“ arbeitet unabhängig von unserem zentralen Nervensystem (zu dem das Gehirn gehört).Dies bedeutet jedoch nicht, dass zwischen den beiden Systemen kein Kontakt besteht: sie stehen in einem regen Austausch miteinander- und zwar in beide Richtungen! Das bedeutet wenn unseren Bauch etwas belastet, hat das Einfluss auf unsere Gedanken und unser Gemüt und anders rum genauso. Dazu kommt, dass 90 % des Serotonins (das Glückshormon mit dem es u.a. bei Depressionen Probleme gibt) im Darm gebildet werden. Da bekommt das „Bauchgefühl“ gleich eine andere Bedeutung.

Was ist die Darmschleimhaut

Die oben erwähnte Darmschleimhaut können Sie sich wie eine Schutzschicht vorstellen, die den Darm von Innen auskleidet. Da stehen im gesunden Zustand Zelle an Zelle nebeneinander und lassen nur die Dinge durch, die von den Menschen gebraucht werden bzw. zumindest ihm nicht schaden. Wenn diese Zellreihe aber durch z.B. Entzündungen unterbrochen wird, gelangen auch für den Menschen schädliche Substanzen in die Blutlaufbahn- das „Leaky Gut“ Syndrom.  Dies kann u.a. allergische Reaktionen hervorrufen.

Was genau ist die Darmflora?

Die Darmflora setzt sich aus allen im Darm lebenden Bakterien zusammen. Erstmal sagt das nichts darüber aus ob sie gut für uns sind oder uns schaden. Tatsache ist, dass je mehr „gute“ Bakterien es gibt, desto weniger Platz ist für die „Schlechten“.

Wenn wir auf die Welt kommen ist unser Darm steril, d.h. es befinden sich keinerlei Bakterien in ihm. Das ändert sich aber –zum Glück- bereits bei der Geburt. Die ersten Bakterien mit denen wir normalerweise in Kontakt kommen, stammen aus der Gebärmutterschleimhaut unserer Mutter und dann aus der Muttermilch. Das ist auch gut so, denn ohne Bakterien in unserem Darm würden wir nicht lange überleben. Einerseits setzten sie sich auf die Darmschleimhaut und beschützen diese. Andererseits trainieren sie unser Immunsystem und bringen ihm bei was es können muss um gegen die „bösen“ Bakterien vorzugehen. Beides sind Vorgänge die nicht nur bei Neugeborenen passieren, sondern bei jedem Menschen Tag für Tag.

Was schädigt Darmschleimhaut und Flora?

Die Hauptfaktoren die unserem Darm schaden sind:

  • – Antibiotika
  • – Stress
  • – Essen /Genussmittel (z.B. Alkohol)
  • – nicht erkannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Fructose, Laktose, Gluten, etc.)
  • – Kaiserschnitt
  • – Fehlende Brustfütterung
  • – Chemo- und Strahlentherapie

Nicht immer lassen sich diese Dinge vermeiden bzw. nicht immer haben wir Einfluss auf sie. Umso wichtiger ist es, dass wir unserem Darm die nötige Aufmerksamkeit geben um die gestörte Flora und Schleimhaut wieder aufzubauen bevor sich ernsthafte Folgeerkrankungen entwickeln.

Was für Erkrankungen können auftreten?

Wenn es keine passende Bakterienbesiedlung im Darm gibt oder die Darmschleimhaut entzündet bzw. bereits zerstört ist, können u.a. folgende Symptome auftreten:

  • – Durchfall oder Verstopfung
  • – Blähungen
  • – Krämpfe
  • – Reizdarm
  • – Mundgeruch
  • – Infektanfälligkeit
  • – Allergien (Heuschnupfen, Tierhaarallergien,…)
  • – Lebensmittelunverträglichkeiten (Lactose- und/oder Fructoseintoleranz, Glutensensitives Syndrom,  Histaminintoleranz,…)
  • – Depression
  • – Angstzustände
  • – Schlafstörungen
  • – Konzentrationsschwäche
  • – Hauterscheinungen ( Neurodermitis, Akne, Pickel, Hautpilz…)
  • – Juckreiz
  • – Asthma
  • – Rheuma
  • – Scheidenpilz und Mundpilz
  • – Benommenheit
  • – Übergewicht
  • – Mineralstoffmangel / Vitaminmangel

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Symtomen die auftreten können. Sie vermitteln aber bereits einen Eindruck davon wie weit gefächert das Symptomspektrum ausfällt.

Nicht alle dieser Beschwerden und Erkrankungen müssen aus einem gestörten Darm herrühren, aber es lohnt sich auf jeden Fall dies zu überprüfen.

Darüber hinaus gibt es Krankheiten die zu einer Störung des Darmmilieus führen. Dies sind Erkrankungen die entzündliche Veränderungen an der Darmwand hervorrufen. Geheilt werden können diese Erkrankungen nicht mit einer Darmsanierung, aber ihre Auswirkungen können u.U. deutlich verbessert werden. Dazu gehören u.a.:

  • – Colitis ulcerosa
  • – Morbus Chron
  • – Histaminintoleranz
  • – Lactose- und Fructoseintoleranz
  • – Zöliakie

 

Wie funktioniert eine Darmsanierung?

Im Vorfeld einer Darmsanierung findet zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch statt. Bei diesem Gespräch frage ich sie verschiedene Dinge zu ihren Symptomen, Vorerkrankungen, ihren Ernährungsgewohnheiten und Lebensverhältnissen. Daraus ergibt sich dann der weitere Behandlungsweg.

In manchen Fällen ist es notwendig zunächst – und manchmal auch ausschließlich- Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszuschließen oder Ernährungsgewohheiten zu ändern, in manchen Fällen ist es notwendig und sinnvoll eine Stuhlanalyse in Auftrag zu geben.  Da ich letzteres  nicht selber mache, arbeite ich mit dem Labor GanzImmun in Mainz zusammen. Neben der Bestimmung der Darmflora wird hierbei anhand von verschiedenen Parameter geguckt, ob die Darmschleimhaut entzündet ist und ob die Verdauungssäfte richtig funktionieren. Je nach Befund, stelle ich Ihnen einen mikrobiologischen Therapieplan zusammen. Dieser Plan kann die Einnahme von verschiedenen Probiotika (pro bios = „für das Leben“) vorsehen (um „gute“ Bakterien zuzuführen, wenn zu wenige vorhanden sind), eine Ernährungsumstellung (ebenfalls in Hinblick auf die Bakterien, aber auch ggf. mit Blick auf  Unverträglichkeiten,PH Wert oder Pilzbelastung),  Heilkräuter und/oder eine Pilzmedikamentation.

Die Therapie dauert einige Wochen bis Monate. Erste Verbesserungen können Sie aber u.U. schon nach kurzer Zeit feststellen.

Neben der Einnahme von Präparaten hat es sich in der Praxis oft als sinnvoll erwiesen parallel an einer Entspannung des enterischen Nervensystems zu arbeiten, da selbst die besten Präparate nicht wirken, wenn die (enterischen) Nerven überlastet sind. Hierfür nutze ich u.a. die Akupunktur und die Fußreflexzonentherapie

Für weitere Fragen oder einen kostenlosen Kennenlern Termin stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Weitere Empfehlungen:

– es gibt eine sehr interessante Dokumentation von ARTE über den Darm:

 

– 2014 ist ein wunderbares Buch über den Darm erschienen. Lesen Sie hier mehr über :

 

– Mehr über den Darm und Allergien lesen Sie hier:

Clarissa Jung-Heiliger-Ihre Heilpraktiker in aus Köln – Bayenthal und Hamburg St Pauli